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Der Muse reicht's

© Universität Wien

Kunstprojekt im Arkadenhof im Hauptgebäude

Den Umstand, dass in der universitären Ehrungspolitik jahrzehntelang aus unterschiedlichen Gründen Ehrungen von Wissenschafterinnen nicht stattgefunden haben, machte die Universität Wien gemeinsam mit der BIG 2009 zum Gegenstand des Kunstwettbewerbs BIG ART. Aus den Einreichungen ausgewählt wurde das Projekt "Der Muse reicht's" der Künstlerin Iris Andraschek.

Inmitten von mehr als 100 Ehrenbüsten und –tafeln für männliche Wissenschafter und einer einzigen Ehrentafel für eine Frau im Arkadenhof ist nun die in Granit gefertigte Intervention deutlich sichtbar. „Der Muse reicht’s“ ist eine schräg über einen Teil des Hofs gelegte riesenhafte Schattensilhouette einer weiblichen Figur, die in protestierender Haltung ihre geballte Faust hochstreckt. Ergänzend zur Schattenfigur wurden zwei Granitsockel am Ende des halbkreisförmigen Stufenzugangs zum Arkadenhof angebracht, die als Textträger fungieren.

AUS DEM SCHATTEN TRETEN DIE, DIE KEINEN NAMEN HABEN

Iris Andrascheks Arbeit präsentiert sich demnach als Stein gewordenes Ergebnis einer kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte der Universität – und als Ausgangspunkt einer Diskussion, die die traditionsreiche Institution auch in den kommenden Jahren begleiten soll. Mit dem Kunstprojekt setzt die Universität Wien ein wichtiges Zeichen, die Gleichstellung von Männern und Frauen an der Universität sowie Frauenförderung konsequent zu thematisieren und zu realisieren.

Auch wenn die Universität Wien in den letzten Jahren die Frauenanteile, insbesondere jenen der Professorinnen, erhöhen konnte, sind Frauen nach wie vor in vielen Bereichen unterrepräsentiert. Die „gläserne Decke“ ist ein Phänomen, das sich an den Universitäten besonders deutlich manifestiert.

Für den Schatten standen der Künstlerin mehrere Frauen Modell, die heute an der Universität Wien studieren und arbeiten. Iris Andraschek hat eine Fotoserie gemacht und Frauen gebeten, zu den Versäumnissen der Ehrungspolitik von Wissenschafterinnen selbst eine Pose einzunehmen. Aus diesen Posen komponierte sie die finale Figur. Auch für die Gestaltung eines Sockeltexts erging die Einladung an alle MitarbeiterInnen und Studierende der Universität Wien zum Einbringen von Textvorschlägen.

Angeregt durch das Kunstprojekt fand zudem im Juni 2010 ein Symposium statt, das die Auseinandersetzung mit Geschlecht/Wissenschaft/Erinnerung/Repräsentation vertiefte.

 

Die offizielle Seite des Projekts:
www.dermusereichts.at

Kontakt

T: +43-1-4277 123 01


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